Junger Mann an Tisch in einer Bibliothek
 

Kleine Schritte, große Wirkung – auch in der Prüfungsphase!

Jedes Semester steht sie wieder auf der Matte: die Prüfungsphase. Und vielleicht nimmst du dir jedes Semester erneut vor, dieses Mal aber wirklich früher anzufangen – aber es will dir einfach nicht gelingen? In diesem Beitrag möchte ich dir ein paar Empfehlungen aus meiner persönlichen Erfahrung sowie aus Dozentinnen-Sicht mit auf den Weg geben, damit du stressfreier und effizienter durch dein Studium kommst. Außerdem teile ich drei konkrete Tipps mit dir, die dir das Studium und vor allem die Prüfungsphase erleichtern können: vom Zeitmanagement über einen aufmerksamen Umgang mit Kursmaterialien bis hin zur Nutzung von Literaturverwaltungsprogrammen. Los geht’s!

Hot Take 1: Zeitmanagement

Oft frage ich meine Studierenden nach der Prüfungsabgabe, welchen Tipp sie anderen Studierenden weitergeben würden. Vermutlich ist das für dich nicht so überraschend, aber in 90 % der Fälle sagen sie: rechtzeitig anfangen. Ich wünschte, ich hätte einen anderen fancy Tipp, aber Zeitmanagement ist das A und O in der Prüfungsvorbereitung. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Gerade dann, wenn man sein Studium zwischen Nebenjob, familiären Verpflichtungen oder chronischer Erkrankung jongliert, sind Strukturen und Lernroutinen besonders wichtig. Doch zuerst eine positive Nachricht: Zeitmanagement ist kein Talent. Eine geeignete Lernroutine und ein gutes Zeitmanagement sind erlernbar. Du investierst zwar zu Beginn mehr von deiner Zeit in deine Planung, aber ersparst dir damit stressige Momente und die eine oder andere schlaflose Nacht. Schon kleine, regelmäßige Schritte können einen großen Unterschied machen. Wie diese Schritte konkret aussehen können – und wie du dir von Anfang an eine gute Struktur schaffst, mit der du entspannt und kontinuierlich durch das Semester kommst – erklärt dir Kathi Moldan in diesem Video.

Hot Take 2: Informationen & Überblick

Bei diesem Tipp komme ich mir total boomermäßig vor, aber: Bitte lies aufmerksam und frühzeitig die Informationen, die deine Dozentin oder dein Dozent dir bereitgestellt hat – vor allem, wenn du eine Hausarbeit schreibst. Viele Missverständnisse, Zeitprobleme und im schlimmsten Fall auch Punktabzüge entstehen schlicht dadurch, dass wichtige Hinweise übersehen werden:

  • Welche Zitierweise soll verwendet werden?
  • Gibt es Empfehlungen für Literaturverwaltungsprogramme?
  • Welche formalen Anforderungen gelten für die Hausarbeit?

Oft stehen diese Informationen transparent im Kursmanagementsystem. Natürlich kann man darüber diskutieren, wie gut oder übersichtlich einzelne Kurse strukturiert sind und meist variiert das auch von Lehrperson zu Lehrperson. Aber unabhängig davon gilt: Ich empfinde es als wertschätzend, wenn sich Studierende die Zeit nehmen, sich aufmerksam durch die bereitgestellten Materialien und Hinweise zu klicken. Nicht zuletzt, weil ich viele Stunden investiert habe, um die Inhalte so verständlich, übersichtlich und hilfreich wie möglich zu gestalten – zumindest nach meinem Verständnis. Da frustriert es manchmal, wenn mich per E-Mail Fragen erreichen, die im Kurs eigentlich beantwortet werden. Sind nach aufmerksamem Lesen immer noch Fragen offen, spricht natürlich nichts dagegen, nachzufragen. Du musst verstehen und überblicken, was wann wie und wo von dir gefordert ist, um deine Abgaben und Aufgaben erledigen zu können – dafür haben wir Dozierenden natürlich Verständnis und auch wir machen Fehler. So vergesse ich immer mal wieder, wichtige Informationen im Kursmanagementsystem zu hinterlegen oder zu aktualisieren. Umso dankbarer bin ich dann für die Rückmeldung meiner Studierenden.

Hot Take 3: Literaturverwaltungsprogramme

Wenn deine Prüfungsphase weniger aus Klausuren und mehr aus Hausarbeiten besteht, dann solltest du so früh wie möglich mit einem Literaturverwaltungsprogrammarbeiten. Ich habe den Eindruck, dass viele Studierende diesen Gamechanger noch viel zu wenig verwenden. Programme wie Zotero oder Citavi helfen dir dabei, deine Quellen zu sortieren, korrekt zu zitieren und am Ende ein Literaturverzeichnis zu erstellen, das du nicht mühsam zusammenkopieren musst. Bye Bye 40 unsortierte PDFs auf dem Desktop, bei denen man beim Dateinamen schon nicht mehr weiß, ob es sich um einen Virus oder einen wissenschaftlichen Text handelt. Und ernsthaft: Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, die mich in mein Studium zurückbringen könnte – ich würde zuerst ein Literaturverwaltungsprogramm installieren. Wie viele quälende Nachtschichten mit Flaschen voller Mate habe ich damit verbracht, manuell meine Quellen hinzuzufügen und das Literaturverzeichnis zu erstellen. Heute brauche ich dafür einen Klick. E I N E N (!) Klick.

Und nicht nur für das Literaturverzeichnis sind diese Programme eine Arbeitserleichterung. Schon beim Lesen wissenschaftlicher Texte ist es Gold wert, Notizen, Zitate und Quellen sauber abzuspeichern. Denn oft vergehen Wochen zwischen dem ersten Lesen und dem Schreiben. Wie oft habe ich früher Texte doppelt lesen müssen, weil ich nicht mehr wusste, wo ich das eine kluge Zitat gesehen hatte. Mit einem Literaturverwaltungsprogramm kannst du die Texte nicht nur am PC lesen, sondern auch wichtige Passagen markieren und alle Zitate und Notizen direkt in einer Quelle hinterlegen. Besonders erleichternd ist es für mich, dass viele Programme sich synchronisieren lassen. Das bedeutet, ich lese einen Artikel auf dem Weg zur Arbeit, markiere auf dem Handy zentrale Passagen, und sobald ich im Büro bin, arbeite ich mit den Markierungen weiter. Gamechanger. Und wenn du gar nicht weißt, wie und wo du anfangen sollst: In diesem Video findest du weitere Tipps und viele Bibliotheken bieten Schulungen oder Online-Tutorials an – es lohnt sich!

Gute Vorbereitung, strukturierte Planung und der kluge Einsatz digitaler Tools können dein Studium und besonders die Prüfungsphase spürbar entlasten. Es lohnt sich, frühzeitig zu starten, Informationen aufmerksam zu lesen und digitale Helfer zu nutzen. So entsteht Schritt für Schritt eine Routine, die sich Puzzleteil für Puzzleteil zusammenfügt. Du musst dabei nicht alles auf einmal perfekt machen. Schon kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen. Vielleicht fängst du heute schon damit an, dir ein Literaturverwaltungsprogramm zu installieren? Wie dir KI das Lernen und dein Studium erleichtern kann, verrate ich dir in diesem Video. Let’s go!

@FrauForschung
Lisa Niendorf

M. Ed. Lisa Niendorf hat Erziehungswissenschaften und Soziologie an Universität Potsdam studiert und ist als Dozentin in der Lehrkräftebildung tätig (HU-Berlin).

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