Ist das psychosomatisch oder doch was Ernstes?
Bevor wir uns anschauen, was du im Unialltag gegen »Lernkopfschmerzen« unternehmen kannst, möchte ich zunächst auf psychosomatische Schmerzen eingehen. Für viele klingt das erstmal abschreckend oder sogar esoterisch, dabei sind psychosomatische Beschwerden medizinischer Alltag und bedeutet einfach gesagt, dass unsere Psyche auch körperliche Beschwerden verursachen kann. Unser Nervensystem ist ein Hochleistungssystem, das auf Dauerstress, emotionale Überforderung oder unausgesprochene Konflikte mit physischen Signalen reagieren kann. So ein Studium kann ziemlich herausfordernd sein: Lernstress, finanzielle Sorgen, Einsamkeit und hohe Erwartungen setzen viele Studierende unter Druck und können Stress, Sorgen und Ängste auslösen. Genau das kann psychosomatische Beschwerden begünstigen.
Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Druck auf der Brust oder Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den häufigsten psychosomatischen Symptomen, über die Studierende in meiner Praxis berichten. Du kannst dir das wie ein inneres Warnsystem vorstellen, das sich meldet, wenn du dich überlastest. Dein Gehirn macht dich darauf aufmerksam, indem es dafür sorgt, Stress und kognitive Überforderung mit Schmerzen zu beantworten. An dieser Stelle ist es mir wichtig, dir zu sagen, dass psychosomatische Kopfschmerzen im Studium nicht selten auftreten, aber hinter jedem Kopfschmerz – auch wenn es selten ist – können auch gefährliche Ursachen stecken. Ich empfehle dir deshalb immer zu deiner Ärztin oder deinem Arzt zu gehen, wenn plötzlich Schmerzen auftreten – vor allem, wenn sie dir komisch vorkommen, du diese Art von Schmerzen noch nicht hattest oder die Schmerzen unerträglich sind.