Krafttraining für Anfänger/innen
Du kannst es dir wahrscheinlich schon denken: Nein, es ist nicht sinnvoll ausschließlich einen einzelnen Muskel zu trainieren. Es kann dir sogar schaden. Das Gesäß ist beispielsweise ein Hüftstrecker und kann bei einseitigem bzw. isoliertem Training zu einem verstärkten Hohlkreuz führen. Das mag für einige Menschen ästhetisch aussehen, führt aber nicht selten zu Rückenproblemen. Um dem vorzubeugen, möchte ich dir einige grundsätzliche Trainingsempfehlungen für Anfänger/innen aufzählen:
1. Antagonisten-Training
Die Gegenspieler (Antagonisten) zu trainieren, ist für einen ausgewogenen und gleichmäßigen Muskelaufbau der einfachste Tipp. Das bedeutet, wenn du eine Übung für Hüftstreckung machst, solltest du auch eine Übung für die Hüftbeugung machen. Hier kannst du zum Beispiel Squats (Hüftstrecker) mit Hanging Leg Raises oder Crunches mit fixierten Füßen (Hüftbeuger) kombinieren. Trainierst du deine Brustmuskulatur durch eine horizontale Drückbewegung wie Bankdrücken oder Liegestützen, solltest du auch eine horizontale Zugbewegung wie Rudern am Ruderzug machen. Der Griff und die Griffvariante sind dabei erstmal nicht so wichtig. Durch dieses einfache Prinzip bekommst du aber schon sehr viel Struktur in dein Training.
2. Trainingshäufigkeit
Zu Beginn deiner Gym-Karriere solltest du versuchen, eine gewisse Regelmäßigkeit und Routine in dein Training zu bekommen. Viele Menschen starten hoch motiviert mit vier Trainingseinheiten pro Woche, bis die Anfangsmotiviation nach spätestens acht Wochen nachlässt und sie das Gym in der Regel komplett meiden. Versuche deshalb lieber erstmal zwei feste Trainingseinheiten pro Woche einzuplanen. Wenn dich die Motivation überkommt, kannst du noch ein weiteres, optionales Training einbauen, das du aber auch ohne schlechtes Gewissen ausfallen lassen kannst. So ist es nicht weiter schlimm, wenn du es zeitlich, motivationstechnisch oder regenerationstechnisch nicht schaffst und du vermeidest, dass Sport zu einem zusätzlichen Stressor in deinem Studium wird. Weitere Motivationstipps findest du in diesem Beitrag.
3. Trainings-Split
Auch hier gibt es zahllose Philosophien und Überzeugungen. Ich empfehle dir: Keep it simple und starte dein Training zu Beginn entweder mit einem Ganzkörpertraining, welches du zweimal die Woche trainierst. Das ist sinnvoll, um in den großen, globalen Übungen stärker und sicherer zu werden. Ein mögliches Training kann beispielsweise so aussehen:
- Übungen für die Hüftstreckung und Hüftbeugung
- Übungen für die Beinstreckung und Beinbeugung
- Übungen für horizontale Druck- und Zugbewegungen
- Übungen für vertikale Druck- und Zugbewegungen
Jede Übung kannst du dreimal mit jeweils 10-12 Wiederholungen machen. Alternativ kannst du dein Antagonisten-Training in Ober- und Unterkörper aufteilen. Die Bewegungs- bzw. Übungsauswahl bleibt dabei gleich. Du trainierst dann beispielsweise am
- Montag alle Übungen für den Unterkörper und am
- Donnerstag alle Übungen für den Oberkörper.
Hast du Zeit und Lust für ein zusätzliches, optionales Training? Dann könntest du zum Beispiel Samstag noch einmal Unterkörper trainieren und die darauffolgende Woche am Dienstag oder Mittwoch mit deinem Oberkörper-Plan weitermachen. Mögliche Übungen für ein gut strukturiertes Training findest du in diesem Video.