Kiffen: Ab wann wird Cannabis-Konsum problematisch?
Im Video zeigt dir Viviane Hähne mögliche Anzeichen und erklärt, warum Cannabis abhängig machen kann.
Im Video zeigt dir Viviane Hähne mögliche Anzeichen und erklärt, warum Cannabis abhängig machen kann.
Es gibt keine klare Linie, an der Genuss aufhört und ein Problem anfängt. Der Übergang ist fließend und genau deshalb verschiebt sich die eigene Wahrnehmung oft mit.
Psychotherapeutin Vivi ordnet in diesem Video ein, welche Anzeichen auf einen problematischen Konsum hindeuten können. Denn der Satz »Cannabis macht ja nicht abhängig« stimmt so leider nicht.
Du möchtest weniger kiffen? Hier zeigt dir Vivi, was dabei helfen kann: »Weniger kiffen: Vier Schritte, die helfen können«.
Es kann schwer sein, sich einzugestehen, dass der eigene Konsum zum Problem wird. Du musst damit aber nicht allein klarkommen. Sprich mit einer Person, der du vertraust, mit einer psychologischen Beratungsstelle deiner Hochschule oder mit einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt. Auch online findest du anonyme Hilfsangebote (z. B. suchtberatung.digital, TelefonSeelsorge oder krisenchat).
Eine Übersicht über Unterstützungsangebote findest du bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.
Hier erfährst du, was Cannabis ist, wie es wirkt und welche Risiken es gibt.
Cannabis ist eine Pflanze aus der Familie der Hanf-Gewächse. Sie enthält psychoaktive Wirkstoffe, die zum Beispiel euphorisierend oder entspannend wirken können. Der bekannteste heißt THC (Tetrahydrocannabinol). In bestimmten Fällen kommt es auch als verschreibungspflichtiges Medikament zum Einsatz, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen.
Je nachdem, welche Teile der Pflanze verarbeitet werden, spricht man von:
Quellen:
Seit 2017 wird Cannabis bereits als verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingesetzt. Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren Cannabis in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen besitzen, anbauen und konsumieren.
Wie genau diese Voraussetzungen aussehen, kannst du hier erfahren: Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz
Quellen:
Seit 2017 können Ärztinnen und Ärzte Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen für Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen verordnen. Dafür gibt es ein reguläres Rezept. Ein Betäubungsmittelrezept ist nicht erforderlich.
Ob Cannabis als Medikament infrage kommt und welche Voraussetzungen gelten, muss immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden. Weitere Infos findest du hier: Cannabis auf Rezept: Für wen ist das möglich?
Quellen:
Ärztinnen und Ärzte setzen Cannabis vor allem bei chronischen Schmerzen, bei Spastik im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) oder zur symptomatischen Behandlung von Krebserkrankungen ein. Dabei kann zum Beispiel die schmerzlindernde und muskelentspannende Wirkung helfen. Cannabis ergänzt oft andere Medikamente und Behandlungen.
Für einige Anwendungen, etwa bei chronischen Schmerzen oder bei Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie, gibt es gute wissenschaftliche Belege. Bei vielen anderen Erkrankungen ist die Studienlage aber noch dünn.
Ob eine Behandlung infrage kommt, muss immer ärztlich abgeklärt werden.
Quellen:
Beides. Der Körper reagiert auf die Inhaltsstoffe gleich, ob als Medikament oder beim Kiffen. Der Unterschied liegt vor allem in Anwendung und Dosierung.
Zum Beispiel stimmen Ärztinnen und Ärzte bei einer medizinischen Behandlung die Dosis auf die Behandlung ab und passen sie bei Bedarf an. So soll Cannabis Beschwerden ausreichend lindern und Nebenwirkungen möglichst gering halten.
Beim Freizeitkonsum ist die genaue Zusammensetzung oft nicht bekannt und man kann häufig nur schwer einschätzen, wie viel THC enthalten ist. Wer einen stärkeren Rausch sucht, konsumiert außerdem häufig höhere Mengen. Das kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.
Quellen:
Cannabis wirkt vor allem über körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Die Wirkung ist noch nicht ganz entschlüsselt und fällt bei jedem Menschen anders aus. Sie kann auch je nach Dosis, Produkt und Situation variieren.
Mögliche Effekte sind zum Beispiel:
Quellen:
Ja, Cannabis kann abhängig machen. Grundsätzlich problematisch ist es, wenn der Konsum einer Substanz (egal ob Cannabis, Alkohol oder etwas anderes) nicht mehr nur Genuss ist, sondern andere Funktionen übernimmt: Zum Beispiel, wenn du Cannabis brauchst, um einzuschlafen, Ängste zu unterdrücken oder mit Problemen im Alltag klarzukommen. Auch wenn du immer häufiger allein konsumierst oder andere Interessen zurückstellst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Quellen:
Es gibt bestimmte Anzeichen, die auf eine Abhängigkeit hindeuten können.
Wichtig: Diese Anzeichen sind keine Diagnose. Wenn du mehrere davon bei dir wiedererkennst, sprich mit einer Person, der du vertraust, oder hol dir Beratung. Du musst dich dafür nicht schämen. Unterstützung zu suchen, ist ein guter erster Schritt.
Quellen:
Es kann schwer sein, sich einzugestehen, dass der eigene Konsum zum Problem wird. Du musst damit aber nicht allein klarkommen. Sprich mit einer Person, der du vertraust, mit einer psychologischen Beratungsstelle deiner Hochschule oder mit einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt. In vielen Städten gibt es auch Suchtberatungsstellen, die kostenlos beraten. Auch online gibt es niedrigschwellige und anonyme Hilfsangebote.
Eine Übersicht über Unterstützungsangebote findest du bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.
Cannabiskonsum kann das Risiko für bestimmte psychische Probleme und Erkrankungen erhöhen. Dazu zählen unter anderem Psychosen, Schizophrenie oder manische Episoden bei einer bipolaren Störung. Besonders gefährdet sind Menschen, die früh mit dem Konsum anfangen oder häufig konsumieren.
Quellen:
Dein Gehirn entwickelt sich bis ins junge Erwachsenenalter weiter. Cannabis kann diesen Prozess stören und Hirnbereiche beeinflussen, die zum Beispiel für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen wichtig sind. Je früher du mit dem Konsum anfängst und je häufiger du konsumierst, desto größer können die Risiken sein.
Quellen:
Mit der BARMER Themenseite kannst du noch tiefer ins Thema einsteigen.