Weniger kiffen? Vier Schritte, die helfen können

29.10.2026
7 Minuten
Mental Health

Du willst weniger kiffen, aber es klappt nicht? Im Video erfährst du, mit welchen konkreten vier Schritten du etwas verändern kannst.

 

Du willst weniger kiffen, aber es klappt nicht? Das liegt oft nicht an fehlender Willenskraft. Manchmal fühlt sich Cannabis im ersten Moment vielleicht hilfreich an. Genau das macht es so schwer, weniger zu konsumieren.

Psychotherapeutin Viviane Hähne erklärt in diesem Video, was negative Verstärkung damit zu tun hat und welche Schritte dir helfen können. Wichtig dabei: Du musst nicht alles auf einmal ändern. Schau rein und starte mit einem Schritt!

Im Video erfährst du:

  • Wie negative Verstärkung funktioniert und was sie mit Cannabis-Konsum zu tun hat
  • Wie du deine Muster ehrlich beobachtest
  • Was dir eine bewusste, vorher festgelegte Pause verraten kann
  • Wie du herausfindest, welchen Job der Konsum für dich erledigt und welche Alternativen infrage kommen
     

Du fragst dich, ab wann dein Konsum zum Problem wird? Genau darum geht's in diesem Video »Kiffen: Ab wann wird dein Cannabis-Konsum problematisch?« mit Vivi.

Hilfe und Unterstützungsangebote

Es kann schwer sein, sich einzugestehen, dass der eigene Konsum zum Problem wird. Du musst damit aber nicht allein klarkommen. Sprich mit einer Person, der du vertraust, mit einer psychologischen Beratungsstelle deiner Hochschule oder mit einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt. Auch online findest du anonyme Hilfsangebote (z. B. suchtberatung.digital, TelefonSeelsorge oder krisenchat).

Eine Übersicht über Unterstützungsangebote findest du bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Cannabis im Check: Was du wissen solltest

Hier erfährst du, was Cannabis ist, wie es wirkt und welche Risiken es gibt.

Cannabis ist eine Pflanze aus der Familie der Hanf-Gewächse. Sie enthält psychoaktive Wirkstoffe, die zum Beispiel euphorisierend oder entspannend wirken können. Der bekannteste heißt THC (Tetrahydrocannabinol). In bestimmten Fällen kommt es auch als verschreibungspflichtiges Medikament zum Einsatz, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen.
Je nachdem, welche Teile der Pflanze verarbeitet werden, spricht man von:

  • Marihuana: getrocknete Blüten und Blätter der Cannabispflanze
  • Haschisch: getrocknetes Harz der Blütenstände


Quellen: 

Seit 2017 wird Cannabis bereits als verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingesetzt. Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren Cannabis in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen besitzen, anbauen und konsumieren. 

Wie genau diese Voraussetzungen aussehen, kannst du hier erfahren: Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz 

 

Quellen: 

Seit 2017 können Ärztinnen und Ärzte Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen für Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen verordnen. 
Ob Cannabis als Medikament infrage kommt und welche Voraussetzungen gelten, muss immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden. Weitere Infos findest du hier: Cannabis auf Rezept: Für wen ist das möglich? 

 

Quellen:

Ärztinnen und Ärzte setzen Cannabis vor allem bei chronischen Schmerzen, bei Spastik im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) oder zur symptomatischen Behandlung von Krebserkrankungen ein. Dabei kann zum Beispiel die schmerzlindernde und muskelentspannende Wirkung helfen. Cannabis ergänzt oft andere Medikamente und Behandlungen.
Für einige Anwendungen, etwa bei chronischen Schmerzen oder bei Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie, gibt es gute wissenschaftliche Belege. Bei vielen anderen Erkrankungen ist die Studienlage aber noch dünn. 

Ob eine Behandlung infrage kommt, muss immer ärztlich abgeklärt werden.


Quellen:

Beides. Der Körper reagiert auf die Inhaltsstoffe gleich, ob als Medikament oder beim Kiffen. Der Unterschied liegt vor allem in Anwendung und Dosierung.
Zum Beispiel stimmen Ärztinnen und Ärzte bei einer medizinischen Behandlung die Dosis auf die Behandlung ab und passen sie bei Bedarf an. So soll Cannabis Beschwerden ausreichend lindern und Nebenwirkungen möglichst gering halten.

Beim Freizeitkonsum ist die genaue Zusammensetzung oft nicht bekannt und man kann häufig nur schwer einschätzen, wie viel THC enthalten ist. Wer einen stärkeren Rausch sucht, konsumiert außerdem häufig höhere Mengen. Das kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

 

Quellen: 

Cannabis wirkt vor allem über körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Die Wirkung ist noch nicht ganz entschlüsselt und fällt bei jedem Menschen anders aus. Sie kann auch je nach Dosis, Produkt und Situation variieren.

Mögliche Effekte sind zum Beispiel:

  • Manche fühlen sich euphorisch, gelassen und voller kreativer Ideen.
  • Andere erleben Angst, Befürchtung von Kontrollverlust, Gedankensprünge oder Halluzinationen.
  • Das Kurzzeitgedächtnis kann leiden, die Konzentration sinken und das Zeitgefühl kann sich verändern. 
  • Pupillen können sich weiten, die Augen röten oder ein Schwindelgefühl entstehen.

 

Quellen: 

Ja, Cannabis kann abhängig machen. Grundsätzlich problematisch ist es, wenn der Konsum einer Substanz (egal ob Cannabis, Alkohol oder etwas anderes) nicht mehr nur Genuss ist, sondern andere Funktionen übernimmt: Zum Beispiel, wenn du Cannabis brauchst, um einzuschlafen, Ängste zu unterdrücken oder mit Problemen im Alltag klarzukommen. Auch wenn du immer häufiger allein konsumierst oder andere Interessen zurückstellst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
 

Quellen:

Es gibt bestimmte Anzeichen, die auf eine Abhängigkeit hindeuten können. 

  • Du hast ein echtes Craving, verspürst also den starken Wunsch nach Cannabis.
  • Dir fällt es schwer, deinen Konsum einzuschränken.
  • Dein Cannabiskonsum hat sich in letzter Zeit gesteigert.
  • Für Cannabis vernachlässigst du andere Dinge in deinem Leben wie dein Studium oder deine sozialen Kontakte.
  • Dein Konsum hat schon zu Problemen geführt. Du hast deshalb zum Beispiel Termine vergessen oder deine Noten werden immer schlechter.
  • Du machst so weiter wie bisher, obwohl du merkst, dass die Droge negative Folgen für dich hat.
  • Wenn dein Cannabiskonsum überhandnimmt und langsam dein Leben bestimmt, ist es Zeit, etwas zu verändern. Du musst dich für deine Abhängigkeit auch nicht schämen. Was wirklich zählt: Es ist möglich, da wieder rauszukommen.

Wichtig: Diese Anzeichen sind keine Diagnose. Wenn du mehrere davon bei dir wiedererkennst, sprich mit einer Person, der du vertraust, oder hol dir Beratung. Du musst dich dafür nicht schämen. Unterstützung zu suchen, ist ein guter erster Schritt.

 

Quellen: 

Es kann schwer sein, sich einzugestehen, dass der eigene Konsum zum Problem wird. Du musst damit aber nicht allein klarkommen. Sprich mit einer Person, der du vertraust, mit einer psychologischen Beratungsstelle deiner Hochschule oder mit einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt. In vielen Städten gibt es auch Suchtberatungsstellen, die kostenlos beraten. Auch online gibt es niedrigschwellige und anonyme Hilfsangebote.

Eine Übersicht über Unterstützungsangebote findest du bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.
 

Cannabiskonsum kann das Risiko für bestimmte psychische Probleme und Erkrankungen erhöhen. Dazu zählen unter anderem Psychosen, Schizophrenie oder manische Episoden bei einer bipolaren Störung. Besonders gefährdet sind Menschen, die früh mit dem Konsum anfangen oder häufig konsumieren.

Quellen: 

Dein Gehirn entwickelt sich bis ins junge Erwachsenenalter weiter. Cannabis kann diesen Prozess stören und Hirnbereiche beeinflussen, die zum Beispiel für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen wichtig sind. Je früher du mit dem Konsum anfängst und je häufiger du konsumierst, desto größer können die Risiken sein.

Quellen:

Du willst mehr wissen?

Mit der BARMER Themenseite kannst du noch tiefer ins Thema einsteigen.


Teilen