Was kann man gegen eine Essstörung unternehmen?
Ich bin Psychologin und Ärztin und hatte selbst viele Jahre eine Essstörung. Daher kenne ich sowohl die fachliche Sicht als auch die einer Betroffenen. Wenn du merkst, dass bestimmte Themen wie Ernährung oder die Sicht auf deinen Körper einen großen Raum in deinem Leben einnehmen, möchte ich dich dazu ermutigen, dich auf deinem Weg unterstützen zu lassen. Ausgebildete Ärzt/innen und Therapeut/innen dürfen Essstörungen diagnostizieren und behandeln. Es ist wichtig, Essstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, da die Prognose bei einer frühen Intervention besser ist.8 Es ist jedoch nie zu spät, sich in Behandlung zu begeben. Auch eine vermeintlich chronifizierte Essstörung kann geheilt oder zumindest in der Symptomausprägung verbessert werden.
Der Weg aus der Essstörung sollte immer ärztlich begleitet werden (insbesondere bei Anorexie und Bulimie) aufgrund des lebensgefährlichen Refeeding-Syndroms, das auch schon bei geringer Erhöhung der aufgenommenen Nahrung auftreten und zu einer bedrohlichen Elektrolytverschiebung führen kann. Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Betroffene. Eine gute erste Anlaufstelle kann zum Beispiel die psychologische Beratungsstelle deiner Hochschule sein. Ich weiß, dass es manchmal nicht leicht ist, jemanden bzw. eine Einrichtung zu finden, die zu einem passt, aber ich kann dir versprechen, dass es sich lohnt, dranzubleiben.
Informations- und Unterstützungsangebote:
Heilung passiert nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess. Weitere Impulse und Erfahrungen rund ums Thema Essstörung und Essverhalten haben wir in der BARMER Campus-Coach Online-Eventreihe »Eat good, feel good« besprochen. Die Aufzeichnung der Events kannst du hier nachschauen.