Junger Mann sitzt mit Kopf in die Hände gestützt an einem Tisch
 

Panikattacken

Was passiert mit mir?

Panikattacken sind eine beängstigende Realität für diejenigen, die sie erleben. Diese plötzlichen und intensiven Ausbrüche von Angst können das Leben erheblich belasten und zu Einschränkungen in der Lebensgestaltung führen. In diesem Blogbeitrag zeige ich dir die Entstehung, die Anzeichen einer Panikattacke und den Teufelskreis der Angst nach Margraf, der dazu beiträgt, Panikattacken aufrechtzuerhalten.

Entstehung von Panikattacken

Die genauen Ursachen von Panikattacken variieren von Person zu Person, sind aber oft auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen:

  • Genetische Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass Panikattacken in Familien auftreten können, was auf eine genetische Veranlagung hinweist.
  • Biologische Faktoren: Ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin im Gehirn kann eine Rolle spielen.
  • Stress und Trauma: Belastende Lebensereignisse, Traumata oder chronischer Stress können das Risiko für Panikattacken erhöhen.
  • Angst vor der Angst: Wenn eine Person bereits eine Panikattacke erlebt hat, kann die Angst vor einer erneuten Attacke selbst zu weiteren Attacken führen. Dies wird Erwartungsangst genannt.

Das sind Anzeichen von Panikattacken

Panikattacken sind von einer Vielzahl körperlicher und psychischer Symptome begleitet. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Herzrasen: Das Herz schlägt unregelmäßig und schnell.
  • Atemnot: Die Atmung wird flach und schnell, begleitet von einem Gefühl der Luftnot.
  • Schwindel: Ein starkes Schwindelgefühl kann auftreten.
  • Schweißausbrüche: Starkes Schwitzen ist üblich.
  • Zittern: Die Muskeln können zittern oder schwach werden.
  • Übelkeit: Ein Gefühl der Übelkeit oder des Erbrechens kann auftreten.
  • Angst vor dem Tod oder Kontrollverlust: Viele Menschen erleben während einer Panikattacke intensive Ängste.

Wieso es so schwer ist, daraus auszubrechen 

Prof. Dr. Jürgen Margraf, ein renommierter Psychologe, hat den Teufelskreis der Angst entwickelt, um das Aufrechterhalten von Panikattacken zu erklären.1 Dieser Teufelskreis besteht aus vier Hauptkomponenten:

  1. Körperliche Symptome: Eine Person erlebt körperliche Symptome wie Herzrasen oder Atemnot während einer Panikattacke.
  2. Fehlinterpretation der Symptome und Verstärkung der Angst: Die Person interpretiert die körperlichen Symptome als lebensbedrohlich oder gefährlich und dadurch entsteht das Gefühl von Angst, was wiederrum körperliche Symptome wie Herzrasen und Atemnot verstärkt, dadurch kann der schnelle Anstieg der Angst erklärt werden.
  3. Wenn die Person eine Angst vor erneuten Panikattacken entwickelt und daher Orte oder Situationen vermeidet, die mit den Symptomen in Verbindung gebracht werden könnten oder sich nur mit viel Absicherung wie z. B. Begleitung durch andere fortbewegt, wird die Angst aufrechterhalten
  4. Vermeidungsverhalten und Sicherheitsverhalten verstärken die Angst vor der Angst, da es die Überzeugung der Person bestätigt, dass die Situation gefährlich ist.

Der Teufelskreis der Angst führt dazu, dass Panikattacken weiterhin auftreten und sich verschlimmern.

Fazit

Panikattacken sind eine belastende Herausforderung, die das Leben der Betroffenen stark beeinflussen können. Es ist wichtig, die Entstehungsfaktoren, Anzeichen und den Teufelskreis der Angst zu verstehen, um effektiv damit umzugehen. Die Reduzierung von Vermeidungsverhalten und die Bewältigung der Fehlinterpretation der körperlichen Symptome sind Schlüssel zur Überwindung dieses Teufelskreises. 

Hier findest du hilfreiche Strategien für den Umgang mit Panikattacken. Denk daran, dass du das nicht alleine durchstehen musst. Professionelle Hilfe wie eine ambulante Psychotherapie kann dich bei der Bewältigung unterstützen.

@sanaa.therapist
Sanaa Laabich

Dipl. Psych. Sanaa Laabich hat Psychologie in Greifswald und an der UC Berkeley in den USA studiert und ist als Psychologische Psychotherapeutin in einem Akutkrankenhaus im Bereich der Psychoonkologie tätig.


Quellen:

1Vgl. Margraf, J. & Schneider, S. (1990): "Panik. Angstanfälle und ihre Behandlung". Springer Verlag: Heidelberg.

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