Was bringt Digital Detox?

Für die meisten Menschen sind digitale und soziale Medien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie bieten allerhand Vorteile, wie Unterhaltung, Inspiration, Vernetzung und Kontakt zu Freund/innen und Familie und können den Alltag vereinfachen. Natürlich bringen sie aber eben auch einige Nachteile mit sich. Soziale Medien werden oft kritisiert wegen ihrer Suchtgefahr, der Verbreitung von Falschinformationen sowie der Darstellung unrealistischer Schönheitsideale. Bewusst auf die Nutzung sozialer oder digitaler Medien zu verzichten, liegt im Trend. Hier erfährst du, warum es manchmal so schwierig ist, die Finger vom Smartphone zu lassen und wie es dir gelingen kann, deinen Konsum zu reduzieren oder temporär auf die Nutzung zu verzichten.

Der Algorithmus: Maßgeschneiderte Unterhaltung

Du verbringst auf Social Media regelmäßig mehr Zeit als du eigentlich geplant hast? Kein Wunder, schließlich wird ein interessanter Inhalt nach dem anderen angezeigt. Die Algorithmen kennen dich und wissen, wie sie dich auf der Plattform halten können. Bei ihrer Auswahl an maßgeschneiderten Inhalten, achten sie aber leider nicht darauf, ob diese dir guttun oder nicht. Studien zeigen, dass die Nutzung sozialer Medien dazu führen kann, dass Nutzer/innen sich ängstlich, einsam und depressiv fühlen.1 Auch das Selbstbewusstsein und das allgemeine Wohlbefinden können unter der Nutzung leiden.2 Obwohl uns das alles irgendwie bewusst ist, gerät der negative Einfluss von sozialen Medien im Alltag häufig in Vergessenheit. 

Generell geschieht der Blick aufs Smartphone oft unbewusst. Eine durchschnittliche Person entsperrt es bis zu 88-mal am Tag, also circa alle elf Minuten. Dadurch setzen wir uns einer ständigen Reizüberflutung aus, die es uns zum Beispiel schwer machen kann, fokussiert zu arbeiten oder uns zu konzentrieren.3 

Social Media oder Digital Detox? Die Lösung?

Eine Verkürzung deiner Nutzungsdauer oder der temporärer Verzicht auf digitale Medien kann beim Stressabbau helfen, das Wohlbefinden steigern, die Schlafqualität sowie die Konzentrationsfähigkeit verbessern und du gewinnst mehr Zeit für andere Aktivitäten.4 Wenn du an deinem Nutzungsverhalten arbeiten möchtest, findest du nachfolgend einige Tipps:

  1. Definiere feste Zeitfenster, in denen du bewusst auf die Nutzung sozialer oder digitaler Medien verzichtest. Das kann zum Beispiel die Stunde vor deiner normalen Zubettgehzeit sein oder du startest die ersten 30 Minuten des Tags ohne dein Smartphone.
  2. Schalte Benachrichtigungen aus und steige von Apps auf die Browserversionen um. Wenn dein Smartphone dich weniger durch Push-Benachrichtigungen oder Signaltöne auf sich aufmerksam macht, bist du seltener dazu verleitet, nachzusehen. Indem du statt Apps den Internetbrowser verwendest, ist die Hürde etwas höher, deine Social-Media-Feeds zu checken.
  3. Mach es dir einfach und schalte dein Smartphone aus. Wenn du beim Lernen fokussiert arbeiten oder dein Smartphone gerade bewusst nicht nutzen möchtest, tust du dich leichter, wenn dein Smartphone ausgeschalten und nicht mit dir im selben Raum ist.
  4. Hol dir Apps zur Unterstützung. Es klingt etwas paradox, aber Digital-Detox-Apps oder der Ruhe-Modus deines Smartphones können dich bei deinem Vorhaben unterstützen.
  5. Nutze den Urlaub für Digital Detox. Auch ein Urlaub kann sich für dein Vorhaben anbieten, denn hier sollte es weder nötig sein, für die Uni zu lernen noch zu arbeiten. Du brauchst also eigentlich keine digitalen Medien und kannst ein paar Tage deinen Fokus in die analoge Welt verlagern.

Es ist nicht unbedingt nötig, komplett auf digitale Medien zu verzichten. Indem du dein Nutzungsverhalten überdenkst, gegebenenfalls etwas reduzierst und dabei auf einen bewussten Konsum achtest, kannst du dir und deinem Wohlbefinden einen Gefallen tun. Gewohnheiten zu verändern ist nicht immer einfach und braucht oft etwas Zeit. Versuche dich nicht zu überfordern, sondern fange klein an und steigere dich nach und nach. Wenn du merkst, dass du deinen Social-Media-Konsum selbst schwer regulieren kannst, nimm Unterstützungsangebote wie die psychologische Beratungsstelle deiner Hochschule in Anspruch.

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Quellen:

1Vgl. Yigiter, M.S., Demir, S. & Dogan, N. (2023): "The Relationship Between Problematic Social Media Use and Depression: A Meta-Analysis Study". In: Curr Psychol 43, S. 7936-7951.
2Vgl. Orben, A., Przybylski, A.K., Blakemore, SJ. et al. (2022): "Windows of developmental sensitivity to social media". In: Nat Commun 13, S. 1649. 
3Vgl. Philippe Pfister (2022): "88-mal am Tag entsperren wir unser Handy". In: ZT/Schweiz am Wochenende, 17.09.2022, S. 30.
4Vgl. Pamela (2023): "Digital Detox: Weniger Bildschirmzeit für mehr Wohlbefinden" unter: https://www.iu.de/magazin/digital-detox/ [Stand 05.04.2024]

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