Eine junge Frau schaut lachend in einen Handspiegel.

Unzufrieden mit deinem Körperbild? Das kannst du tun

13.10.2026
4 Minuten
Mental Health

Kritische Gedanken über den eigenen Körper, ein ungutes Gefühl beim Anziehen, das Bedürfnis, bestimmte Stellen zu kaschieren: Vielen Studierenden ist das nur zu vertraut. Was hinter dieser Körperunzufriedenheit eigentlich steckt und wie du Schritt für Schritt wohlwollender mit deinem Körper umgehen kannst, zeigt dir dieser Artikel.

 

Luca ist Psychologe, Psychotherapeut in Ausbildung, Doktorand der Klinischen Psychologie und Content-Creator. Auf Social Media versucht er die Zusammenhänge zwischen psychischer Gesundheit und gesellschaftlichen Strukturen deutlich zu machen und damit zu einer Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beizutragen.

Woher Körperunzufriedenheit kommt und was dagegen hilft

Viele Studierende sind unzufrieden mit ihrem Körper – das zeigen aktuelle Untersuchungen.1 Vielleicht kennst du das Gefühl auch: Du stehst vor dem Spiegel und siehst vor allem das, was dir nicht gefällt. Damit bist du nicht allein. Ein kritischer Blick auf den eigenen Körper ist im Studium alles andere als eine Ausnahme. Das Studium bringt für viele ohnehin Veränderungen und Belastungen mit sich. 2 

Doch was genau ist eigentlich das Körperbild? Woher kommt die Unzufriedenheit damit, und lässt sich daran etwas ändern? Genau darum geht es in diesem Artikel. 

Quick-Check: Wie kannst du dein Körperbild verbessern?

  • Vor allem, indem du dir bewusst machst, dass ein kritischer Blick auf den eigenen Körper kein persönliches Versagen ist, sondern teils eine nachvollziehbare Reaktion auf viele Einflüsse aus Familie, deinem Umfeld und Medien. 
  • Auch soziale Medien können dabei ein Rolle spielen. Es lohnt sich also, den eigenen Feed regelmäßig zu hinterfragen und dir deine Vergleiche bewusster zu machen. 
  • Selbstmitgefühl kann dir helfen, in schwierigen Momenten freundlicher mit dir umzugehen.

Was ist das Körperbild überhaupt?

Das Körperbild meint grob gesagt die subjektive Vorstellung vom eigenen Körper. Dabei hat es eine perzeptive, kognitive, emotionale und behaviorale Komponente.3 Sprich: Dein Körperbild setzt sich nicht nur aus dem zusammen, was du im Spiegel siehst (perzeptiv), sondern auch aus dem, was du über deinen Körper denkst (kognitiv), wie du dich deswegen fühlst (emotional) und wie du dich entsprechend verhältst (behavioral). Zum Beispiel, ob du bestimmte Kleidungsstücke vermeidest oder schambehaftete Körperstellen immer wieder inspizierst. Diese vier Ebenen hängen eng zusammen und beeinflussen sich gegenseitig, weshalb sich ein negatives Körperbild in vielen Bereichen deines Lebens nachteilig auswirken kann. 

Was sind Gründe für ein negatives Körperbild?

Ein negatives Körperbild entsteht selten von heute auf morgen. Forschung zeigt, dass die Einflüsse von Familie, Gleichaltrigen und Medien unser Körperbild maßgeblich beeinflussen.4 

Dabei spielen zwei Mechanismen zusammen: Zum einen übernehmen wir gesellschaftliche Schönheitsideale – bei Frauen oft ein schlanker5 und bei Männern ein muskulöser Körper6, wobei bei Frauen ein muskulöser Körper auch zunehmend wichtiger wird7 – als eigenen Maßstab. Zum anderen vergleichen wir unser Aussehen fortlaufend mit dem anderer. Wird in deiner Familie viel über das Aussehen gesprochen, vergleichst du dich vielleicht häufiger mit Freundinnen und Freunden. Begegnet dir in den Medien immer wieder dasselbe Schönheitsideal, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dieses Ideal verinnerlichst und dich selbst daran misst. Das wiederum geht mit mehr Körperunzufriedenheit einher. Dabei gilt: Körper sind vielfältig. Ein Schönheitsideal ist keine Norm, die du erfüllen musst.

Auch soziale Medien spielen eine Rolle und können diesen Effekt verstärken. Eine aktuelle Studie zeigt: Wer soziale Medien intensiver nutzt, hat tendenziell ein negativeres Körperbild. Das hängt vor allem mit dem ständigen Vergleich mit anderen Körpern zusammen.8 Entscheidend scheint dabei nicht nur die reine Nutzungsdauer, sondern auch der Inhalt zu sein. Beispielsweise kann sogenannter »Fitspiration«-Content – Bilder durchtrainierter Körper, die vermeintlich motivieren sollen – bereits nach kurzer Betrachtung zu größerer Körperunzufriedenheit.9  

Körperunzufriedenheit betrifft Menschen aller Geschlechter. Frauen erleben zusätzlich oft mehr gesellschaftlichen Druck, sich an Schönheitsideale anzupassen. Eine bekannte Theorie beschreibt, wie das dazu führen kann, dass Frauen lernen, den eigenen Körper zunehmend aus einer beobachtenden Außenperspektive zu betrachten. Das kann ebenfalls mit einer höheren Körperunzufriedenheit zusammenhängen.10 

Wie lässt sich das eigene Körperbild verbessern?

Schon das Wissen darum, wann und mit wem du dich vergleichst, kann den automatischen Effekt abschwächen.

 

 

Forschung zeigt, dass ein mitfühlender Umgang mit dir selbst Körperbild-Struggles wirksam verringern kann.11  

Richte den Fokus darauf, was dein Körper für dich tut, nicht darauf, wie er aussieht. Er begleitet dich durch den Alltag, auch langen und anstrengenden Tagen. Diese sogenannte Body Neutrality hilft dabei, den eigenen Selbstwert von äußeren Merkmalen zu entkoppeln.12

Accounts, die bei dir eher Druck als Freude auslösen, darfst du getrost entfolgen.

Die Chance ist groß, dass es Anderen ähnlich geht wie dir. Das nimmt Druck heraus.  

Unterstützungsangebote

Manchmal reichen Tipps allein nicht aus. Such dir Unterstützung, wenn deine Gedanken ständig um Körper, Gewicht oder Essen kreisen. Das gilt auch, wenn du bestimmte Situationen vermeidest, dich ständig kontrollierst oder Probleme mit Essen und Bewegung hast. Gleiches gilt, wenn dein Körperbild deinen Alltag bestimmt. 

Eine erste Anlaufstelle kann die psychologische Beratungsstelle deiner Hochschule sein. Hier findest du weitere Unterstützungsangebote:


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1 García-Gutiérrez, D., García-Salido, C., & Ramírez-Baraldes, E. (2026). The algorithm of dissatisfaction: social media and body image crisis among university students. BMC Psychology, 14(1). doi.org/10.1186/s40359-026-04786-x
2 Pablos-Gabriel, C., Sánchez-García, A. B., Patino-Alonso, C., & Sánchez-García, J. C. (2026). Body image and mental health in university students: a scoping review of global evidence and research gaps. Frontiers in Psychology, 17, 1796613. doi.org/10.3389/fpsyg.2026.1796613
3 Cash TF. Body image: past, present, and future. Body Image. 2004;1(1):1-5. doi:10.1016/S1740-1445(03)00011-1
4 Thompson, J. K., Heinberg, L. J., Altabe, M., & Tantleff-Dunn, S. (1999). Exacting beauty: Theory, assessment, and treatment of body image disturbance. Washington, DC: American Psychological Association.
5 Schaefer, L. M., Burke, N. L., & Thompson, J. K. (2018). Thin-ideal internalization: How much is too much? Eating and Weight Disorders - Studies on Anorexia Bulimia and Obesity, 24(5), 933–937. doi.org/10.1007/s40519-018-0498-x 
6 Tylka, T. L. (2011). Refinement of the tripartite influence model for men: Dual body image pathways to body change behaviors. Body Image, 8(3), 199–207. doi.org/10.1016/j.bodyim.2011.04.008
7 Louw, R., Donovan, C., Uhlmann, L., Ganson, K. T., & Piatkowski, T. (2025). Fit for Whom? Gendered Impacts of the Fit Ideal on Body Image and Behavior. Sex Roles, 91(10). doi.org/10.1007/s11199-025-01622-1
8 Vincente-Benito I, Ramírez-Durán MDV. Influence of Social Media Use on Body Image and Well-Being Among Adolescents and Young Adults: A Systematic Review. Journal of Psychosocial Nursing and Mental Health Services. 2023;61(12):11-18. doi:10.3928/02793695-20230524-02 
9 Tiggemann, M., & Zaccardo, M. (2015). "Exercise to be fit, not skinny": The effect of fitspiration imagery on women's body image. Body Image, 15, 61–67. (N=130 Studentinnen, Effekt vollständig mediiert durch Aussehensvergleiche)  
10 Fredrickson, B. L., & Roberts, T. (1997). Objectification Theory: toward understanding women’s lived experiences and mental health risks. Psychology of Women Quarterly, 21(2), 173–206. doi.org/10.1111/j.1471-6402.1997.tb00108.x
11 Toole AM, LoParo D, Craighead LW. Self-compassion and dissonance-based interventions for body image distress in young adult women. Body Image. 2021;38:191-200. doi:10.1016/j.bodyim.2021.04.001 
12 Pellizzer ML, Wade TD. Developing a definition of body neutrality and strategies for an intervention. Body Image. 2023;46:434-442. doi:10.1016/j.bodyim.2023.07.006 

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