Was sind Gründe für ein negatives Körperbild?
Ein negatives Körperbild entsteht selten von heute auf morgen. Forschung zeigt, dass die Einflüsse von Familie, Gleichaltrigen und Medien unser Körperbild maßgeblich beeinflussen.4
Dabei spielen zwei Mechanismen zusammen: Zum einen übernehmen wir gesellschaftliche Schönheitsideale – bei Frauen oft ein schlanker5 und bei Männern ein muskulöser Körper6, wobei bei Frauen ein muskulöser Körper auch zunehmend wichtiger wird7 – als eigenen Maßstab. Zum anderen vergleichen wir unser Aussehen fortlaufend mit dem anderer. Wird in deiner Familie viel über das Aussehen gesprochen, vergleichst du dich vielleicht häufiger mit Freundinnen und Freunden. Begegnet dir in den Medien immer wieder dasselbe Schönheitsideal, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dieses Ideal verinnerlichst und dich selbst daran misst. Das wiederum geht mit mehr Körperunzufriedenheit einher. Dabei gilt: Körper sind vielfältig. Ein Schönheitsideal ist keine Norm, die du erfüllen musst.
Auch soziale Medien spielen eine Rolle und können diesen Effekt verstärken. Eine aktuelle Studie zeigt: Wer soziale Medien intensiver nutzt, hat tendenziell ein negativeres Körperbild. Das hängt vor allem mit dem ständigen Vergleich mit anderen Körpern zusammen.8 Entscheidend scheint dabei nicht nur die reine Nutzungsdauer, sondern auch der Inhalt zu sein. Beispielsweise kann sogenannter »Fitspiration«-Content – Bilder durchtrainierter Körper, die vermeintlich motivieren sollen – bereits nach kurzer Betrachtung zu größerer Körperunzufriedenheit.9
Körperunzufriedenheit betrifft Menschen aller Geschlechter. Frauen erleben zusätzlich oft mehr gesellschaftlichen Druck, sich an Schönheitsideale anzupassen. Eine bekannte Theorie beschreibt, wie das dazu führen kann, dass Frauen lernen, den eigenen Körper zunehmend aus einer beobachtenden Außenperspektive zu betrachten. Das kann ebenfalls mit einer höheren Körperunzufriedenheit zusammenhängen.10