Junge Frau schaut nachdenklich

Gesunden Routinen für mehr Balance

06.06.2024
4 Minuten
Food & Fitness

Gesunde Routinen klingen vielleicht erstmal nach einigem an Arbeit oder Stress. Sarah Baumann zeigt dir, wie du eine gesunde Balance findest!

 

Sarah Baumann ist examinierte OTA (Operationstechnische Assistentin). Sie hat 2019 ihren Bachelor LbS Gesundheitswissenschaften und Deutsch an der Uni Osnabrück abgeschlossen. Im Moment schreibt sie ihre Masterarbeit über Perfektionismus und ist in der Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. Aufgrund eigener Erfahrungen mit den Belastungen des Uni-Alltags teilt sie auf Social Media Beiträge über mentale Gesundheit, Selbstmanagement und klärt über Uni-Mythen auf. Sarah glaubt, dass das Studium mehr als die Vorbereitung auf das Berufsleben ist. Für sie besitzt diese Zeit einen schützenswerten Eigenwert und man sollte sich ausprobieren können sowie Fehler machen dürfen. Um im Alltag zu entspannen, liebt Sarah Bewegung ebenso wie Faulenzen. Ihre liebste Sportart ist Inlineskaten und ihre liebste Meditationsübung ist Metta (loving Kindness). Außerdem snackt sie am liebsten Litschis und Weintrauben.

Sarahs Geheimtipp fürs Studium: »Es gibt nicht den richtigen Weg zu studieren. Lebe nach deinen eigenen Werten. Bleib achtsam für deinen Kontext. Sei sanft im Umgang mit deinen ungelösten Fragen.«

Die Anforderungen im Hochschulalltag ändern sich ständig. Jeden Tag bringst du neue Aufgaben und wechselnde Bedürfnisse so gut wie möglich unter einen Hut. Das ist eine enorme Leistung, auf die du stolz sein kannst. Balance ist kein Zustand, den du hast oder eben nicht hast, sondern ein Prozess. Wir alle müssen Balance immer wieder neu herstellen. Gesunde Routinen helfen dir dabei. Sie können für jeden etwas anderes bedeuten und verschiedenste Bereiche wie Lernen, Ernährung, Entspannung, Schlaf, Fitness oder soziale Beziehungen betreffen. In welchem Bereich möchtest du Routinen entwickeln und was wäre die positive Folge, wenn dir das gelingt?

Gesunde Routinen erleichtern die Verfolgung langfristiger Ziele, da regelmäßige Abläufe dabei helfen, Themen stetig und effizient zu bearbeiten. Sie basieren auf persönlichen Werten wie Disziplin, Gesundheit oder Wohlbefinden. Der Aufbau von Routinen erfordert jedoch Zeit, Geduld und Selbstmitgefühl. Es wird immer wieder Phasen geben, in denen die neuen, gesunden Muster zusammenbrechen. Rückschläge sind aber kein Zeichen des Scheiterns, sondern normal auf dem Weg des Wachstums. In diesen Momenten ist es wichtig, sich keine Vorwürfe zu machen, sondern mit Selbstmitgefühl zu handeln. Gib nicht auf, auch wenn es schwerfällt.

Tipps für deine gesunden Routinen:

  • Kläre deine persönlichen Ziele und Werte: Was ist dir persönlich wichtig im Leben?
  • Setze dir möglichst kurzfristige Ziele in den Bereichen, die du verändern möchtest und plane gesunde Routinen ganz konkret und kleinteilig. Auf deinen Erfolgen kannst du kontinuierlich aufbauen.
  • Halte schriftlich fest, wann du eine bestimmte Aktivität ausüben wirst und schaffe alle Voraussetzungen dafür. Du kannst z. B. deine Sportkleidung schon abends bereitlegen und gut sichtbar platzieren. Plane auch, was zu tun ist, wenn ein unerwartetes Hindernis auftaucht, z. B. wenn es zum Zeitpunkt deiner kleinen Laufrunde regnet.
  • Finde heraus, was deine Energiequellen sind. Es kann sein, dass das, was für deine Freund/innen gut ist, so gar nicht zu dir passt. Das ist ganz normal, denn wir sind alle verschieden. Bleibe bei dir und probiere Neues aus. Vor allem, wenn du merkst, dass eine bestimmte Aktivität wie Joggen für dich eher eine Qual ist. Besonders Sport kann viel Freude bringen, man muss eben nur die richtige Sportart für sich entdecken.
  • Ganz wichtig: Wenn die Zeit für deine gesundheitsfördernde Routine gekommen ist, du aber gar nicht in der Stimmung bist, halte dich trotzdem an deinen Plan. Egal, ob es sich um eine kurze Sporteinheit oder eine Lernphase handelt, das Warten auf die richtige Stimmung bringt dich deinen Zielen und Werten oft nicht näher.

Umgang mit Überforderung und Prokrastination

Das Gefühl, ständig etwas tun zu müssen, und zwar möglichst alles gleichzeitig, ist im Studium besonders belastend. Es kann Stress verstärken und zu ungünstigen Bewältigungsstrategien führen, wie z. B. exzessives Arbeiten oder Prokrastination. Verinnerlichte Normen wie »immer etwas leisten müssen« werden dann schnell handlungsleitend oder blockieren deinen Fortschritt. Mache dir bewusst, dass es vollkommen in Ordnung ist, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Du musst nicht alles sofort auf einmal leisten. Wenn du in die Prokrastinations-Falle getappt bist, kannst du auch die Methode der Arbeitsrestriktion ausprobieren. Dabei nimmst du dir jeden Tag einige angemessene Zeitfenster zum Lernen vor und terminierst diese genau. Außerhalb dieser Zeiten hast du quasi Arbeitsverbot und erlaubst dir nicht mehr zu arbeiten. Auf diese Weise wirst du nicht nur deine Zeitfenster effizient nutzen und weniger aufschieben, sondern auch eine Trennung zwischen Arbeit und unbeschwerter Freizeit wahrnehmen.1

Gesunde Routinen sind sehr hilfreich, um im Studienalltag immer wieder die Balance zu finden. Der Aufbau von Routinen erfordert Kontinuität und Durchhaltevermögen, was nicht immer leichtfällt. Wer sich seiner Werte bewusst wird, sich realistische Ziele setzt und auch Mitgefühl mit sich selbst hat, kann so die Herausforderungen des Studiums leichter meistern und ein ausgeglicheneres Leben führen. In der Aufzeichnung zum Online-Event »Deep Dive: Etabliere (d)einen gesunden Lebensstil« findest du weitere nützliche Tipps und Tricks.


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Quellen:

1Vgl. Höcker, A.; Engberding, M. & Rist, F. (2022): "Prokrastination – Extremes Aufschieben". 1. Aufl., Göttingen: Hogrefe Verlag.

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