




In der Bahn zur Uni hörst du Musik, in der Mittagspause sitzt du allein in der Cafeteria und nach der Uni bist du wieder allein zu Hause. Für viele Studienanfänger/innen ist das der Alltag, wenn sie frisch in eine neue Stadt gezogen sind und noch niemanden kennen. Auf Dauer kann sich das ganz schön einsam anfühlen. Trotz organisierter Ersti-Events wie Speed Dating, gemeinsamem Pizza-Essen oder Kleidertausch fühlst du dich manchmal trotzdem irgendwie unsichtbar. Während andere scheinbar schon feste Freundeskreise haben, fragst du dich: Gehörst du überhaupt dazu?
Einsamkeit ist mehr als das bloße Fehlen von Kontakten. Sie ist ein subjektives Gefühl, nicht wirklich verbunden zu sein – selbst wenn man äußerlich von Menschen umgeben ist. Im Gegensatz zur bewussten Entscheidung, Zeit mit sich selbst zu verbringen, was durchaus angenehm sein kann, wird Einsamkeit meist eher als belastend empfunden.1 Der Wechsel an die Uni bedeutet für viele einen großen Einschnitt: Die vertraute Umgebung fällt weg, während gleichzeitig der Druck wächst, sich schnell zurechtzufinden, neue Freundschaften zu schließen und im Studium zu bestehen. Hier erfährst du mehr zu Einsamkeit im Studium.
Der Studienstart verändert den Alltag oft radikal. Alte Freundschaften sind plötzlich weit entfernt, und der neue Freundeskreis muss erst aufgebaut werden.2 Vertraute Tagesstrukturen und Bezugspersonen fehlen – das kann überfordern. Dazu kommt der soziale Vergleich: Viele denken, alle anderen seien schon bestens vernetzt und angekommen, obwohl sie ähnliche Unsicherheiten haben – nur wird selten offen darüber gesprochen.3 Anders als in der Schule oder im Elternhaus sind Studierende nun selbst verantwortlich, soziale Kontakte zu knüpfen – eine wertvolle Erfahrung, die aber auch Mut und Initiative abverlangen kann.4
Einsamkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal dafür, dass dir Verbindung fehlt – und das lässt sich ändern. Hier ein paar Impulse:
Du musst nicht sofort den perfekten Freundeskreis finden. Beziehungen brauchen Zeit und manchmal reichen schon ein paar offene Gespräche, um sich weniger allein zu fühlen.
Vertraue dich jemandem an. Das hilft, den Druck zu lösen. Viele deiner Kommiliton/innen kennen das Gefühl auch.
Die psychologischen Beratungsstellen der Hochschulen sind für genau solche Situationen da – anonym, kostenlos und ohne Wertung.
Einsamkeit im Studium ist eine häufige Reaktion auf den großen Lebensumbruch und betrifft viele, vor allem in den ersten Semestern. Wichtig ist, dass du dir bewusst machst, dass du damit nicht allein bist und dass es Zeit braucht, neue soziale Bindungen aufzubauen. Mit Geduld, Offenheit und aktiver Suche nach Kontakten kannst du die Phase der Einsamkeit überwinden und dich schließlich in deinem neuen Lebensabschnitt zuhause fühlen. Du schaffst das!
1 Vinnemeier,M.: „Was ist Einsamkeit? Warum allein nicht gleich einsam ist“ unter www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psyche/einsamkeit/was-ist-einsamkeit-warum-allein-nicht-gleich-einsam-ist-1140314, Stand [17.04.2026]
2 Treubel, O: „Einsamkeit im Studium: So knüpfst du neue Kontakte“ unter www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psyche/einsamkeit/einsam-im-studium-1140284, Stand [17.04.2026]
3 Jaud, J., Görig, T., Konkel, T., & Diehl, K. (2023). Loneliness in University Students during Two Transitions: A Mixed Methods Approach Including Biographical Mapping. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(4), 3334. doi.org/10.3390/ijerph20043334
4 Treubel, O: „Einsamkeit im Studium: So knüpfst du neue Kontakte“ unter www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psyche/einsamkeit/einsam-im-studium-1140284, Stand [17.04.2026]