




Du willst für eine Prüfung lernen, aber du kannst dich einfach nicht konzentrieren. Dein Kopf ist voller To-do-Listen, Vorlesungen, Deadlines – und um den Haushalt solltest du dich auch noch kümmern. Alles wirkt dringend, aber du weißt irgendwie nicht, womit du anfangen sollt. Du hast das Gefühl, dass dir alles über den Kopf wächst, und genau dieses Gefühl von Überforderung wird immer stärker. Viele Studierende kennen das nur zu gut. Wenn alles gleichzeitig passiert und nichts mehr richtig greifbar wirkt, kann es helfen, einen Schritt zurückzutreten. Wichtig ist: Dieses Gefühl muss dich nicht lähmen, und es gibt Wege, wieder aus der Situation rauszufinden. Wenn du nicht mehr weiterweißt, musst du das nicht allein durchstehen. Es ist absolut in Ordnung – und ein Zeichen von Stärke –, Hilfe anzunehmen, wenn dir alles zu viel wird. In diesem Beitrag erfährst du, warum es so wichtig ist, frühzeitig Unterstützung zu suchen, weshalb das ein echter Power-Move ist – und an wen du dich wenden kannst, wenn gar nichts mehr geht.
Was du erlebst, ist kein persönliches Versagen. Viele Studierende fühlen sich im Laufe ihres Studiums überfordert. Die Anforderungen sind hoch, der Druck ist konstant und oft fehlt ein Ventil. Laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) fühlen sich rund 42 % der Studierenden häufig gestresst, fast ein Drittel klagt über psychische Belastungen.1
Es braucht Mut, sich selbst einzugestehen, dass man gerade nicht alles alleine schafft. Doch genau dieser Schritt ist entscheidend: Denn Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, dass du versagt hast, sondern dass du Verantwortung für dich und deine Gesundheit übernimmst. Wer überfordert ist, leistet nicht zu wenig, sondern trägt oft schlichtweg zu viel auf den Schultern. In einer Zeit, in der Selbstoptimierung und Leistungsdruck allgegenwärtig sind, ist es ein starkes Statement, innezuhalten und zu sagen: »Ich brauche Unterstützung.« Dieser Schritt ist kein Rückzug, sondern ein bewusster Weg nach vorn. Er öffnet Raum für neue Perspektiven, Entlastung – und echte Selbstfürsorge. Hilfe anzunehmen ist nicht das Ende der eigenen Stärke, sondern oft erst ihr Anfang.2
Es gibt viele Anlaufstellen, bei denen du dich melden kannst – anonym, kostenlos und ohne Voranmeldung:
Auch du selbst kannst etwas gegen das Gefühl tun, die Kontrolle zu verlieren. Schon kleine Veränderungen können dir helfen, aus der Überforderungs-Spirale auszubrechen:
Du musst da nicht allein durch. Überforderung ist keine Schwäche und Hilfe suchen ist echte Stärke. Sich einzugestehen, dass man Unterstützung braucht, ist mutig und klug. Und es ist der erste Schritt raus aus dem Gefühl, alles allein stemmen zu müssen.
1 J. Grützmacher, B. Gusy, T. Lesener, S. Sudheimer, J. Willige (2017): „Gesundheit Studierender in Deutschland 2017“ unter www.dzhw.eu/pdf/21/gesundheit_studierender_in_deutschland_2017.pdf, Stand (Zugegriffen am 17.04.2026)
2 Buchenau, P., Lehmann, S. (2021). Bitte um Hilfe und nimm sie an. In: Der Anti-Stress-Trainer für Studierende. Anti-Stress-Trainer. Springer Gabler, Wiesbaden. doi.org/10.1007/978-3-658-32437-7_5