Dich mit der Situation auseinanderzusetzen und zu reflektieren, wie es dazu kommen konnte, ist absolut verständlich. Möglicherweise gelingt es dir sogar, eine wichtige Lernerfahrung mitzunehmen oder mehr über deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erfahren. Eine endlose Suche nach Antworten und dem »Warum?« werden dich jedoch nicht weiterbringen. Ghosting kann verschiedene Gründe haben, die nichts mit dir als geghosteter Person zu tun haben, sondern den Ghost betreffen:
- Angst vor Nähe, Verbindlichkeit oder Konflikten
- Scham- und Schuldgefühle oder Überforderung
- Vermeidungsverhalten und Bequemlichkeit
Warum auch immer dein Ghost entschieden hat, so zu handeln, wie sie oder er es getan hat: Wahrscheinlich wirst du es nicht herausfinden. Du kannst das Verhalten anderer Menschen nicht beeinflussen, sondern nur wie du selbst handelst und damit umgehst. Das zu akzeptieren, ist der erste Schritt, um mit dem Ghosting umzugehen. Anstatt im Grübeln zu versinken, richte den Fokus lieber darauf, was du für dich tun kannst, um auf andere Gedanken zu kommen. Das können beispielsweise
- Gespräche oder Ausgehen mit Freund/innen
- Sport oder eine Entspannungsübung
- ein neues Rezept
- deinem Hobby nachgehen oder ein neues Hobby anfangen
- deine Lieblingsserie oder ein Buch, das du schon lange lesen wolltest
- eine kreative Tätigkeit
sein. Auch wenn es dir schwerfällt, konzentriere dich darauf, was dir guttut und dir dabei hilft, den Blick wieder nach vorne zu richten und dich auf andere Gedanken zu bringen. Lenke dich so gut es geht von der Suche nach Antworten ab und wenn dich die Traurigkeit überkommt, gib ihr Raum da zu sein und sorge gut für dich. Gib dir etwas Zeit, die Erfahrung zu verarbeiten und schenke dir selbst Mitgefühl. Wenn es dir auch nach längerer Zeit sehr schwerfällt, das Geschehene loszulassen oder du dich in deinem Alltag stark beeinträchtigt fühlst, sprich mit jemandem darüber und suche dir Unterstützung. Die psychologische Beratungsstelle deiner Hochschule kann ein guter erster Anlaufpunkt sein. Im Video »Liebeskummer & Trennungsschmerz« mit Psychotherapeutin Sanaa Laabich findest du weitere Tipps, die dir das Loslassen leichter machen.3